Einweg-Handschuhe stellen eine der höchsten Liefermengen für Krankenhäuser dar. Verschiedene Abteilungen, klinische Aufgaben und Mitarbeiter und deren Handschuhanforderungen erschweren die Wahl für den passenden Handschuh.

Dank technologischer Fortschritten bieten OP- und Untersuchungshandschuhe heute mehr Eigenschaften und Vorteile als je zuvor. Medline hilft Ihnen bei der Evaluierung der auf dem Markt erhältlichen Handschuhoptionen, sodass die Entscheidung für den passenden Handschuh zum Kinderspiel wird. Dieser Leitfaden listet die Unterschiede zwischen den größten Handschuhtypen die Ihnen dabei helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen.

Warum Doppelte Handschuhe?

Das Risiko gegenüber durch Blut übertragbare Krankheitserreger ist ein wichtiges Anliegen für Chirurgen und OP-Personal. Obwohl oft unsichtbar für das menschliche Auge, sind Mikroperforationen groß genug, um Krankheitserreger zwischen Patient und Handschuh-Träger zu übertragen und somit Infektionen zu verursachen. Eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass über 80 Prozent aller Handschuhperforationen unbemerkt bleiben.¹ Eine weitere Studie berichtet, dass die Häufigkeit von Mikroperforationen mit Tragedauer entsprechend zunimmt.² Die Lösung: doppelte Handschuhe mit einem dunklen Unterziehhandschuh.

Doppelte Handschuhe-Technik

Während das Tragen eines einzelnen Handschuhs den Träger vor durch Blut übertragbare Krankheiten Infektionen schützt, stellen Eingriffe mit Nadeln und Skalpellen ein größeres Sicherheitsrisiko dar. Bei dem Tragen von doppelten Handschuhen minimiert sich das Risiko einer Kreuzkontamination erheblich und bietet zusätzlichen Schutz. Tritt eine Perforation auf, wird der Außenhandschuh durch den Innenhandschuh geschützt. Eine Studie des American College of Surgeons hat gezeigt, dass doppelte Handschuhe das Expositionsrisiko gegenüber Patientenblut im Fall perforierter Oberziehhandschuhe um 87 % verringern.³

Durch das doppelte Handschuhsystem kann die Anzahl von Perforationen erheblich verringert werden und der behandelnde Chirurg kann Löcher dank des dunkelfarbigen Unterziehhandschuhs leichter identifizieren. Laut einer im AORN Journal veröffentlichten klinischen Studie wurden bei Verwendung eines kontrastfarbigen Unterhandschuhs 84 % der Löcher in durchschnittlich 22 Sekunden erkannt, wohingegen dies bei Verwendung eines einzigen Paars Handschuhe nur 8 % innerhalb von 47 Sekunden waren.4

Wie funktioniert das System?

Der Träger zieht einen speziell entwickelten dunkelfarbigen Unterziehhandschuh als erste Schutzschicht an und darüber einen heller farbigen oder durchscheinenden Überziehhandschuh. Erleidet der äußere Handschuh bei der OP eine Perforation, sickert das Blut oder die Flüssigkeit zwischen die beiden Handschuhschichten, wobei die dunkelgrüne Kontrastfarbe des Unterhandschuhs den Träger darauf hinweist, die Handschuhe zu wechseln. Der sofortige Handschuhwechsel nach der Beschädigung minimiert das Risiko einer Übertragung von Krankheitserregern zwischen Träger und Patient. Während doppelte Behandschuhung oftmals eine persönliche Präferenz sind, empfiehlt es sich einen anders farbigen Unterziehhandschuh zu verwenden, um die Verletzung schneller erkennen zu können. 

Wie wirkt sich dies auf die OP-Technik(en) aus?

Viele Chirurgen sind in dem Irrglauben, dass doppelte Handschuhe die taktilen Eigenschaften negativ beeinträchtigen. Eine Studie durch das Royal College of Surgeons of England über doppelte Handschuhe und OP-Techniken hat gezeigt, dass es keinen signifikanten Unterschied in der Operationstechnik bei der Verwendung einzelner Handschuhe oder doppelter Handschuhe gibt.5 Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass doppelte Handschuhe die Tastempfindlichkeit nicht beeinflussen.

Welche Unterziehhandschuhe bietet Medline an?

Sehen Sie sich unser Video über Double Glove an (auf Englisch)

Warum Handschuhe ohne chemische Beschleuniger?

Rund 18 % aller Mitarbeiter im Gesundheitswesen (verglichen mit 1 bis 6 % der Gesamtbevölkerung) reagieren Schätzungen zufolge allergisch auf Latex. Klinische Studien zeigen, dass mehr als 80 Prozent der allergischen Kontaktdermatitis auf chemische Beschleuniger zurückzuführen sind.6 Eine chemische Allergie ist eine Reaktion auf spezifische Allergene wie z.B. im Herstellungsprozess verwendete chemische Beschleuniger.7 Handschuhe ohne chemische Beschleuniger können dem Abhilfe leisten. 

Handschuhe mit chemischen Beschleunigern können Allergien verursachen

Eine allergische Reaktion zeichnet sich durch rote, gereizte, rissige und juckende Haut, rund um den Kontaktbereich, ab. Allergische Kontaktdermatitis entsteht durch Kontakt der Haut mit Stoffen aus der Umwelt (Kontaktallergene), was zur Bildung von sensibilisierten T-Zellen führt. Wiederholte Exposition gegenüber dem Antigen bei allergisch reagierenden Personen, führen zu einer Reaktivierung der sensibilisierten T-Zellen und einer Entzündung, was die gerötete und juckende Haut verursacht.7

Welche verschiedene Beschleuniger-Arten gibt es?

Beschleuniger sind die Chemikalien die während dem Herstellungsprozess beigefügt werden, um den Handschuh robuster und elastischer zu machen. Einige der verwendeten chemischen Beschleuniger sind Thiurame, Dithiocarbamate, Mercaptobenzothiazoles und Diphenylguanidine.

Gewusst wie: chemische Allergien verhindern

Es gibt viele Möglichkeiten eine chemische Allergie durch z.B. diagnostische Hauttests, Blut oder Allergie-Tests zu identifizieren. Wenn die chemische Allergie als Ursache festgestellt wurde, ist die einfachste Lösung die Vermeidung oder Minimierung der Exposition mit dem Allergen. Allerdings gibt es auch einige Medikamente und Feuchtigkeitscremes, die helfen können, die Symptome zu lindern.

Handschuhe ohne chemische Beschleuniger

Handschuhe ohne chemische Beschleuniger sind die perfekte Lösung für die wachsende Anzahl von Allergien Typ-IV11, sie helfen den Pflegekräften, die an nicht Latex-bedingten Hautirritationen leiden. Mit einer Vielzahl von Optionen auf dem Markt können Menschen auch mit Kontaktallergien bei einer Umstellung auf Handschuhe ohne Vulkanisationsbeschleuniger problemlos weiterarbeiten. Durch die Umstellung verringern sich auch Behandlungskosten und eventuelle Ausgaben für Arbeitsausfall. Medline bietet zwei Handschuharten ohne chemische Beschleuniger an:

Warum latexfreie Handschuhe? 

Für Patienten und Personal gibt es mehrere Vorteile für die Verwendung von latexfreien Handschuhen. Latex kann zu unterschiedlichem allergische Reaktionen, angefangen bei einer verstopften Nase und Asthmaanfällen, Anaphylaxie und sehr selten dem Tod, führen.12 Einige Bevölkerungsgruppen sind besonders anfällig, daher ist es wichtig, Gesundheitseinrichtungen mit latexfreien Alternativen zu versorgen. 

Allergien Übersicht 

Auch wenn Hautpricktests zur Verfügung stehen, sind diese jedoch kostspielig und zeitaufwendig. Viele Patienten und Personal sind sich ihre Latex-Allergie nicht bewusst, was eine effektive Risikobewertung erschwert. Im Anbetracht dieser Tatsache, sollten Pflegekräfte latexfreie Handschuhe als wichtige Vorsichtsmaßnahme ansehen, insbesondere da Latexallergien langsam bzw. plötzlich entstehen.12

Auswirkungen auf Gesundheitseinrichtungen 

Jedes Latexproblem wirkt sich negativ auf Finanzen, Gesundheit und Produktivität aus. Kliniker mit einer Latexallergie leiden oft an trockener, juckender und gereizter Haut. Diese Beschwerden können dazu führen, dass der Betroffene keine Handschuhe tragen und somit seiner Arbeit nicht nachkommen kann. Fällt das Personal aus, muss Ersatz organisiert werden. Dies kann sich negativ auf Produktivität und Effizienz auswirken, da externe Mitarbeiter nicht mit den Abläufen und Prozessen vertraut sind. Das Tragen von Latex-Handschuhen kostet die Einrichtungen Behandlungskosten sowie Gehälter für externes Personal. 

Warum latexfreie Handschuhe? 

Im Jahr 2003 wurde eine Umfrage über den NHS in Großbritannien durchgeführt und das Ergebnis zeigte, dass 60 Prozent noch keine Vorbereitungen zur Reduzierung von Latexexposition getroffen haben.13 Es kann vieles getan werden, um diese Zahlen zu verbessern und eine Umstellung auf latexfreie Handschuhe ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Die Vorteile werden schnell deutlich.

Durch die Umstellung auf latexfreie Handschuhe können Lagerkosten gesenkt werden, da größere Mengen günstiger im Einkauf sind. Die Anzahl der Vorfälle in latexfreien Stationen sind nach Umstellung dramatisch gesunken.14 Weniger Zwischenfälle bedeuten auch geringen Behandlungskosten und Gehaltskosten für externe Mitarbeiter. Latexfreie Handschuhe sind klinisch verantwortlich, kostengünstig und zeitsparend. Die Umstellung auf latexfreie Handschuhe trägt positiv zum Patientenbefinden und reibungslosen Klinikabläufen bei. All dies sollten Gründe für das Klinikpersonal und Gesundheitseinrichtungen sein, um auf latexfreie Handschuhe umzustellen. 

Warum puderfreie Handschuhe? 

Die Verwendung von gepuderten Handschuhen ist trotz weltweiten Warnungen von Gesundheitsorganisationen weiterhin weit verbreitet. Dies führt zu Problemen bei Patienten und Personal, welche leicht verhindert werden könnten. Verschiedene Studien listen die Problem bezüglich gepuderter Handschuhe.15 In einigen Ländern haben diese Studien zu einem Verbot von gepuderten Handschuhen geführt - die FDA (US Food and Drug Administration) hat die Verwendung von gepuderten Handschuhen bereits verboten.13

Personalsicherheit 

Zwischen der Mitarbeitergesundheit und reibungslosen Abläufen in Krankenhäusern besteht ein direkter Zusammenhang und die Infektionskontrolle ist verständlicherweise ein zentraler Aspekt der Patientenversorgung. Asthma und andere Atemprobleme sind auf die Nutzung von gepuderten Handschuhen zurückzuführen. Bindehautentzündung und Gelenkentzündung sind auch auf die Verwendung von gepuderten Handschuhen zurückzuführen16 und trockene Haut oder Kontaktdermatitis (ICD)17 sind unter der Verwendung von gepuderten Handschuhen schwieriger zu behandeln. 

Keimübertragungen verhindern

Auch existieren Bedenken im Zusammenhang mit der Verwendung von gepuderten Handschuhen bezüglich Wundverschluss. Das Problem besteht darin, dass jedes Wundpflaster schneller an gepuderten Handschuhen kleben bleibt, als an nicht gepuderten Handschuhen. Die Pulverbeschichtung verbindet sich mit Schweiß und anderen Körperflüssigkeiten, welches das Infektionsrisiko erhöht. Wenn das Puder mit Zubehör in Kontakt kommt, verbreiten sich Infektionen und Keime leicht. Für die Herstellung von gepuderten Handschuhen werden auch mehrere Chemikalien verwendet. Diese Chemikalien können allergische Reaktion hervorrufen und auch machen es schwieriger bereits bestehende Leiden zu heilen. Dies wirkt sich auf das Arbeitsvermögen des Klinikpersonals aus, welches auch Arbeitsausfall und zusätzlich anfallende Kosten zur Folge haben kann. 

Ein reibungsloser Ablauf bedeutet den unterschiedlichen Bedürfnissen von Patienten und Personal auf kostengünstige und effiziente Art und Weise gerecht zu werden. Die Herausforderung eine sichere Barriere gegen Schmutz und Infektionen sowie eine Reduzierung von Allergien erfolgreich zu meistern, stellen eine zentrale Aufgabe im Klinikalltag dar. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Offenheit und der Wille für Veränderungen gegeben sein. Nicht gepuderte Handschuhe sind eine effektive Lösung um diesen Problemen aus dem Weg zu gehen.18




References
1 Edlich R, Wind T, Hill L, Thacker J 2005 Resistance of double glove hole puncture indication systems to surgical needle puncture Journal of Long-term Effects of Medical Implants 15(2) 85-90
2 Partecke, Lars Ivo, Anna-Maria Goerdt, Inga Langner, Bernd Jaeger, Ojan Assadian, Claus-Dieter Heidecke, Axel Kramer and Nils-Olaf Huebner. 'Incidence of microperforation for Surgical Gloves Depends on Duration of Wear.' Infection Control and Hospital Epidemiology 30.5 (2009): 409-14. Print
3 Berguer R & Heller PJ. Preventing sharps injuries in the operating room. Journal of the American College of Surgeons. 2004; (199)3:462-467
4 Thomas-Copeland, Do Surgical Personnel Really Need to Double-Glove? AORN Journal, FEBRUARY 2009, VOL 89, NO 2; page 327. 5. Korniewicz D & El-Masri M. Exploring the benefits of double gloving during surgery. AORN Journal. 2012; 95(3):328-336
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2497939/
6 Part 1, Pages 831 – 839. Available at: www.jaad.org Accessed 17 December 2015.
7 https://www.henryschein.com/us-es/images/medical/PPE-Chemical-Allergy-Masquerade.pdf
8 http://latexallergyresources.org/sites/default/files/newsletter-attachments/The%20ALERT%20May%202012.pdf
9 http://www.nocil.com/Downloadfile/DTechnicalNote-Vulcanization-Dec10.pdf
10 http://www.chemicalland21.com/specialtychem/perchem/DIPHENYL%20GUANIDINE.htm 
11 Gardner N. Accelerator free fact or fiction. Health & Safety International. October 2008. Available at: www.shieldscientific.com Accessed December 17, 2015.
12 http://acaai.org/allergies/types/skin-allergies/latex-allergy
13 http://www.hse.gov.uk/skin/employ/latex-gloves.htm
14 http://www.safety.admin.cam.ac.uk/files/hsd034c.pdf
15 https://www.asco.org/advocacy-policy/asco-in-action/FDA-bans-medical-powdered-gloves
16 https://www.anaphylaxis.org.uk/wp-content/uploads/2016/08/Latex-2016-version-8-with-final-amendment-AS-comms-approval.pdf
17 http://www.nhs.uk/Conditions/Eczema-(contact-dermatitis)/Pages/Introduction.aspx
18 http://www.profahandisafe.com/wp-content/uploads/2016/08/Sempermed-Informs-Change-to-powder-free.pdf



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